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Aktuelles rund um BISAR

Zum Ausbauvorhaben der DB Netz AG – S-Bahn nach Rangsdorf –

Am 08. Juni 2018 verkündete Ministerpräsident Dr. Woidke den geplanten S-Bahn-Ausbau von Blankenfelde nach Rangsdorf anlässlich einer Feierstunde zum 20 jährigen Firmenstandort von Rolls Royce in Dahlewitz.

Auf Einladung des Konzernbevollmächtigten der DB AG für die Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Herrn Dr. Ing. Joachim Trettin, kam es am 24. Juli 2018 mit den Mitgliedern des Vorstandes der Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf – BISAR e.V. Herrn Pannier und Herrn Lademann zu einem Informationsgespräch und Gedankenaustausch in Berlin Ostbahnhof über die weitere Vorgehensweise der S-Bahn-Planung nach Rangsdorf. Anwesend waren auch zwei Vertreter der DB Netz AG, Regionalbereich Ost, Großprojekte, Berlin.

BISAR übergab dabei eine Präsentationsmappe mit Vorschlägen für leistungsorientierte S-Bahn-Anlagenplanung und Betriebsführung von Bln-Lichtenrade bis Rangsdorf.

Die Vertreter der DB Netz AG gaben zunächst einen Überblick über bisher durchgeführte Maßnahmen. So sind die fahrplantechnischen Untersuchungen bereits abgeschlossen. Untersucht wurden Varianten der Gleisgestaltung eingleisig und zweigleisig ab Blankenfelde nach Rangsdorf, unter Einbeziehung von Dahlewitz und einem neuen S-Bahn-Haltepunkt – Dahlewitz Süd – oder Dahlewitz Gewerbepark – nach Rangsdorf. Dabei wurden Untersuchungen für 20 und 10 Minuten S-Bahn-Takt durchgeführt. Beides soll machbar sein!! Dabei wurden auch Kreuzungsvarianten in Dahlewitz und dem neuen S-Bahn Haltepunkt nahe der Autobahnbrücke untersucht. Favorisiert werde eine überwiegend zweigleisige Gleisvariante ab Blankenfelde nach Rangsdorf, die ebenfalls vom Land Brandenburg empfohlen wurde. Die in den Jahren 1991/1992 verbreiterte Autobahnbrücke der BAB A 10 nördlich von Rangsdorf lässt zusätzlich 2 S-Bahngleise darunter zu.

Voraussichtlich September/Oktober 2019 sollen vollständige Planungsunterlagen der Gleisgestaltung vorliegen. Zurzeit werden sogenannte Engstellen untersucht. So gibt es Überlegungen im Rahmen einer geplanten Studie, die Fernbahn zwischen Rangsdorf und Dahlewitz auf die Ostseite in Dahlewitz zu verschwenken, um Eingriffe in Grundstücke auf der Westseite der Dresdener Bahn in Dahlewitz für die S-Bahn gering zu halten. Ein neuer S-Bahn-Haltepunkt Dahlewitz sei auf der Nordseite der Bahnhofstraße angedacht. BISAR verwies darauf, dass dann eine parallele Fußgängerbrücke zur S-Bahn-Brücke, möglichst auf der Westseite der neuen S-Bahn-Brücke, zu errichten ist und die Umsteigezeiten zur BUS-Haltestelle und dem P+R Platz sich erhöhen. Eingestanden wurde von den DB Netz Vertretern auch der zu schmale Gehweg auf der Nordseite der Bahnhofstraße im Bereich der Untertunnelung.

Interessant für BISAR war auch das weitere Eingeständnis der DB Netz Vertreter, dass es ein Fehler war bei der Beseitigung des Bahnübergangs (BÜ) in Dahlewitz im Jahre 2017, die S-Bahn-Brücke nicht gleich mit gebaut zu haben. BISAR machte jahrelang darauf aufmerksam und konnte sogar mit einer Studie vom Jahre 2005 rationelle Bauweise und Kostenersparnis statt späterer Nachrüstung nachweisen. Man wolle jetzt „Das Beste aus dieser Situation machen“. Hintergrund sollen Meinungsverschiedenheiten zwischen der DB Netz AG und dem Bund gewesen sein.

BISAR forderte in dem Gespräch die Zweigleisigkeit der S-Bahn von Lichtenrade bis Blankenfelde (5,9 km), auch vor dem Hintergrund eines zukünftig notwendigen 10 Minuten Taktes der S-Bahn von Blankenfelde nach Berlin, mit dem Hinweis auf die ständige Bevölkerungszunahme in der Großgemeinde Blankenfelde-Mahlow und dass es diesen Takt bis Anfang April des Jahres 1945 bereits zwischen Mahlow und Stettiner Bahnhof (heute Nordbahnhof) in den Hauptverkehrszeiten gab. Ähnlich könnte es in Blankenfelde organisiert werden.   

BISAR wies auch auf grobe Planungsmängel für die S-Bahn im Planfeststellungsabschnitt III des Ausbauvorhabens Dresdener Bahn hin (ab Stadtgrenze Lichtenrade/Mahlow bis Blankenfelde in Höhe Glasow Bach), die später Auswirkungen auf stabilen S-Bahn-Betrieb von/nach Rangsdorf haben können, so u.a. das derzeit fehlende zweite S-Bahn-Bahnhofsgleis im geplanten neuen Bahnhof Blankenfelde.

In der übergebenen Präsentationsmappe hatte BISAR dazu zwei Vorschläge aufgeführt, die aber bereits seit Jahren bei DB Netz vorliegen.

BISAR bat erneut darüber nachzudenken, eine rationelle Gleisgestaltung jetzt für den Bahnhof Blankenfelde zu planen, so dass der Fehler von Dahlewitz sich in Blankenfelde nicht wiederholt. Gemeint ist die Planung einer zweiten S-Bahn-Brücke in Blankenfelde über der Karl-Marx-Str., mindestens die Errichtung eines zweiten S-Bahn-Brückenwiderlagers bei der Beseitigung des BÜ Karl-Marx-Straße in Blankenfelde (Bau der Straßenuntertunnelung). Zu einer Planänderung erklärten sich die DB Netz Vertreter nicht bereit.

Von BISAR wurden auch Probleme bei der geplanten Aufstellung von Lärmschutzwänden für die S-Bahn zwischen Mahlow und Blankenfelde angesprochen. So solle man der S-Bahn auf der Westseite des S-Bahn-Hochdammes nicht das Planum (Gleisunterbau) für das zweite Gleis für die Aufstellung einer Lärmschutzwand wegnehmen und diese wie auf der Ostseite an die Böschung stellen. Auch hier wurde von den DB Netz Vertretern keine Einflussnahme zugesichert, da angeblich gesetzliche Vorgaben zum Lärmschutz maßgeblich seien. BISAR forderte den Aufschub dieser Planungen.

Die Vertreter von DB Netz erklärten, dass die S-Bahn-Planungen nach Rangsdorf von allen möglichen S-Bahn-Ausbauplanungen im Berliner Umland am weitesten vorangeschritten seien.

Das Gespräch verlief insgesamt sehr offen und informativ. Der Konzernbeauftragte Herr Dr. Ing. Trettin bot von sich aus zu gegebenem Zeitpunkt im Jahre 2019 ein weiteres Gespräch mit BISAR an.

BISAR bedankte sich für das Gespräch.

In einem nachgereichten Brief an den Konzernbevollmächtigten bat BISAR, sich für rationelle Planungen jetzt im der 5. Planänderung (PÄ) zur Dresdener Bahn einzusetzen.

Rainer Pannier

Vorsitzender

BISAR e.V.