Alternative flash content

Requirements

Get Adobe Flash player

Aktuelles rund um BISAR

MIL verhindert infrastrukturelle Entwicklung im südlichen Berliner Umland

Mit dem im Dezember 2012 beschlossenen Landesnahverkehrsplan für den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) für die Jahre 2013 bis 2017 verabschiedete sich das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL) von jeglichen S-Bahn Ausbauplanungen – S-Bahn Lückenschlüssen – im Berliner Umland, sieht man von einem zweiten Bahnsteiggleis im S-Bhf Wildau und dem immer noch nicht vollzogenen zweigleisigen Streckenausbau zwischen S-Bhf Strausberg und der Station Hegermühle ab, um dort 20-Minuten-Zugfolgebetrieb nach Strausberg Stadt zu ermöglichen.

Die ablehnende Haltung zu den S-Bahn Lückenschlüssen Bln-Spandau – Falkensee, Hennigsdorf – Velten/Mark und Blankenfelde – Rangsdorf wird sich nachhaltig auf die weitere wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung im Land Brandenburg auswirken.

Mit seiner erklärten abschlägigen Position zum S-Bahn Lückenschluss nach Rangsdorf gegenüber dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) verzichtet das MIL sogar freiwillig auf Fördergelder des Bundes nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz  (GVFG) in Höhe   von  60 %   für   Maßnahmen der S-Bahn-Grunderneuerung, u.a. für S-Bahn Lückenschlüsse (Schreiben des BMVBS v. 12.09.2012 an den Bürgermeister der Gemeinde Rangsdorf).

Die im Dezember 2012 für die Gemeinde Rangsdorf auf Anregung der Bürgerinitiative für einen S-Bahn Anschluss Rangsdorf – BISAR e.V. – von einem Ingenieurbüro erstellte Nutzen – Kosten – Untersuchung (NKU) brachte Ergebnisse, die den Fahrgastpotenzialen der S-Bahn nach ca. einem Jahr der Wiederaufnahme des S-Bahn-Betriebes am 31.08.1992 von Lichtenrade über Mahlow nach Blankenfelde entsprachen.

Die damaligen Fahrgastpotenziale basierten im Wesentlichen auf den Einwohnerzahlen von Mahlow mit ca. 4.500 und von Blankenfelde mit ca. 7.000 Einwohnern. Nach der Errichtung der S-Bahn setzte eine rasante Bevölkerungszunahme und Bautätigkeit ein.

Rangsdorf hat gegenwärtig 10.846 Einwohner (Stand 31.08.2013) und Dahlewitz 2.275 Einwohner (Stand 30.06.2013). Mit zusammen 13.121 Einwohnern entspricht das etwas mehr dem Bevölkerungspotenzial seinerzeit von Mahlow und Blankenfelde bei Wiederaufnahme des S-Bahn Betriebes. Im Vergleich dazu beträgt die Einwohnerzahl von Velten/Mark 12.063 Einwohner (Stand 31.08.2013).

BISAR ist der Auffassung, dass die Steigerung der Fahrgastpotenziale für die S-Bahn nach Rangsdorf ebenso zu einem positiven Selbstläufer wird, wie von/nach Blankenfelde in den Folgejahren nach der Wiedereröffnung.

Das südliche Umland von Berlin ist weitgehend Wachstumsregion. Zu kapazitiven Problemen wird es kommen, wenn stärkere Belegung mit internationalem Güterverkehr und die Aufnahme des Flughafen-Shuttleverkehrs zum BER im Raum Mahlow auf der Dresdener Bahn erfolgt. So wird die EU demnächst gesetzliche Regelungen beschließen, die bestimmten Güterzügen in Europa Vorrang vor jeglichem Reisezugverkehr einräumen soll. Das erklärte u.a. der Vorstandsvorsitzende der DB AG, Herr Dr. Rüdiger Grube, am 09.09.2013 in einer Veranstaltung des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV) in Berlin, in dem BISAR Mitglied ist.

Die S-Bahn bleibt für das südliche Berliner Umland eine echte leistungsfähige, vor allem unabhängige Alternative hinsichtlich des Streckennetzes zum RE-Verkehr mit seinen vielen Abhängigkeiten.

In der NKU von 2012 wird der zweigleisige Ausbau der S-Bahnstrecke zwischen Mahlow und Blankenfelde empfohlen. Dadurch entfällt der Einsatz eines zusätzlichen S-Bahn Wagenzuges nach Rangsdorf im Wert von 12,4 Mio Euro. Der Aufbau des zweiten Gleises zwischen Mahlow und Blankenfelde käme auf ca. 7,2 Mio Euro Infrastrukturkostenbedarf. BISAR hat auch bei dieser Position in der NKU noch weitere Einsparpotenziale für Investitionen festgestellt.

Es ist unverständlich, warum das MIL die noch nicht realisierten S-Bahn Lückenschlüsse ignoriert.

Rainer Pannier

Vorsitzender

BISAR e.V.

BISAR e.V. lebt weiter ...

In der Jahresmitgliederversammlung am 26. April 2013 war Hauptthema des Rechenschaftsberichtes zum Vereinsjahr 2012 die Ergebnisse der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) zum noch fehlenden S-Bahn-Lückenschluss Blankenfelde – Dahlewitz – Rangsdorf. Die Gemeinde Rangsdorf hatte die NKU in Auftrag gegeben.

Neben einigen kritischen Wertungen durch BISAR, u.a. Fehler bei Investitionsermittlungen, die nach Auffassung von BISAR Einfluss auf die Höhe des Nutzen-Kosten-Indikators (NKI) hatten, - dieser erreichte gemäß Abschlussbericht nur 0,40 statt 1,0 - wurden auch neue positive Erkenntnisse im Rahmen einer zusätzlich vom Auftragnehmer durchgeführten Sensitivitätsanalyse gewonnen: So zum Beispiel für die Fahrplangestaltung der S-Bahn nach Rangsdorf im 20-Minuten-Takt und der empfohlene zweigleisige Ausbau der S-Bahnstrecke von Mahlow nach Blankenfelde.

Nach Erkenntnissen von BISAR werden nach 2015, trotz einer geplanten Streckenertüchtigung der Dresdener Bahn auf teilweise 160 km/h und 200 km/h in den Jahren bis 2022, auf diese Strecke zusätzliche Belastungen einerseits durch Verlagerungen von der Anhalter Bahn (Güterverkehr), wie auch durch den Ausbau der Transeuropäischen Netze (Nord-Südeuropa) zukommen. Der zukünftige Flughafen-Shuttleverkehr zum BER, weiterer RE- und Fernverkehr zum BER auf einem Teilabschnitt der Dresdener Bahn (Südkreuz, Mahlow, neue Nord-Ost-Kurve zum Außenring, BER) wird für weitere Streckenbelegungen sorgen.

Die S-Bahn wäre mit einer Streckenverlängerung von 4,7 km von Blankenfelde nach Rangsdorf von diesen Einflüssen unabhängig in ihrer Betriebsführung und aufnahmefähig für neue Fahrgastpotenziale. Dabei ist von einer größeren Stabilität in den Stadt-/Umlandbeziehungen im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) mit Berlin auszugehen. Das betrifft geplante neue Wohnansiedlungen in Dahlewitz und Rangsdorf, wie auch Erweiterungen von Wirtschaftsansiedlungen.

BISAR will die NKU ggf. durch ein anderes Ingenieurbüro überprüfen lassen. Generell besteht die Möglichkeit, die NKU zu gegebenem Zeitpunkt, unter Berücksichtigung neuer regionaler Rahmenbedingungen, zu wiederholen.

BISAR plant Gespräche zu Teilergebnissen aus der NKU im Zusammenhang mit dem Ausbau der Dresdener Bahn, die S-Bahn betreffend im Raum Mahlow, mit der S-Bahn Berlin GmbH, dem Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (MIL) in Potsdam, der DB Netz AG und der Außenstelle des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA) in Berlin.

 

Gemäß Vereinssatzung hatte der Verein in seiner Jahresmitgliederversammlung 2013 einen neuen Vorstand zu wählen (alle zwei Jahre).

Gewählt wurden Herr Rainer Pannier (Vorsitzender),

Herr Horst Schoenert (Stv. Vorsitzender),

Herr Holger Lademann (Stv. Vorsitzender),

Frau Johanna Fiege (Kassenwart).

 

Rainer Pannier

Zum Stand der NKU (Nutzen-Kosten-Untersuchung):

Die Ergebnisse der NKU zur Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf wurden am 07.11.2012 mündlich vor einer Arbeitsgruppe der Gemeinde Rangsdorf durch das Ingenieurbüro PROZIV vorgetragen. Der schriftliche Abschlussbericht liegt noch nicht vor. Es kann noch Änderungen bei Investitionen geben. Der erreichte Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) fällt sehr differenziert aus.

Es wurden mehrere volkswirtschaftliche Rechnungen angestellt, z.B. mit Dresdener Bahn, ohne Dresdener Bahn, mit S-Bahn-Fahrzeugmehrbedarf, ohne S-Bahn-Fahrzeugmehrbedarf, ohne Fahrzeugmehrbedarf und angepasster S-Bahnstromversorgung.

Wesentlich für die volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung der S-Bahn ist es,  ob die Dresdener Bahn ausgebaut wird oder nicht. Kommt sie nicht, ist der NKI positiv, sonst wird die 1,0 nicht erreicht.   Die Details wird der Abschlussbericht enthalten.  

Die NKU hat dennoch einige interessante Aspekte hervorgebracht, wie z.B. neues Fahrplankonzept von Bernau bis Rangsdorf durch Teilung der S-Bahn-Linie S 2 in zwei Zuggruppen ohne Fahrzeugmehrbedarf.

Gegenwärtig ist der Ausbau der Dresdener Bahn von Mahlow nach Dresden zeitlich völlig ungewiss. Man spricht neuerdings vom Jahr 2030. Damit ist die Forderung des S-Bahn-Ausbaus nach Rangsdorf weiterhin sehr aktuell, da keine Verbesserungen des RE-Verkehrs z.Z. betriebstechnologisch möglich sind.  Die S-Bahn stellt damit weiterhin eine unabhängige Alternative zum RE-Verkehr dar.

Nach Vorlage des Abschlussberichtes werden wir im Verein eine komplexe Auswertung der Ergebnisse vornehmen.

Rainer Pannier

Vorteile der S-Bahn-Verlängerung von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf

Es gibt immer wieder Diskussionen über angebliche Nachteile für die Gemeinde Blankenfelde – Mahlow im Zusammenhang mit einer möglichen S-Bahn-Verlängerung nach Rangsdorf.

Tatsache ist, dass der 20 Minuten S-Bahn-Takt keine Verschlechterungen bringen wird. Der Regionalbahnhalt Blankenfelde bleibt erhalten. Das geht eindeutig aus den in der Bauverwaltung der Gemeinde vorliegenden Unterlagen der DB Netz AG hervor. Auch die im Jahre 2009 zwischen der Gemeinde und der DB Netz AG unterzeichnete Eisenbahnkreuzungsvereinbarung zur Beseitigung des Bahnübergangs Blankenfelde Karl–Marx–Str. zum Bau des geplanten Straßentunnels sieht den RE-Halt in Blankenfelde vor. Hier ist u.a. geregelt, wo die Zugänge aus dem Tunnel zu den neuen Bahnsteigen anzulegen sind.

Zur Thematik Haltepunkt Dahlewitz ist folgendes zu sagen:

Bei Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf wird es wieder einen S-Bahn-Haltepunkt Dahlewitz geben. Dann entfällt der RE-Halt Dahlewitz, der zur Zeit quasi eine Ersatzmaßnahme für die immer noch fehlende S-Bahn ist. Die S-Bahn bedeutet  keine Verschlechterung für den Ortsteil Dahlewitz der Gemeinde Blankenfelde – Mahlow, da dieser im 20 Minuten S-Bahn-Takt zu erreichen ist.

Die Hauptreisendenströme für Dahlewitz sind von und nach Berlin orientiert. Das bedeutet, von Berlin kommende Fahrgäste können von der S-Bahn in Dahlewitz zum Beispiel auf die Busse zum Gewerbegebiet umsteigen.

Das ist kein Nachteil im Gegensatz zu dem derzeit weiteren Anfahrweg der Busse von Blankenfelde zum Gewerbegebiet.

Reisende südlich von Rangsdorf müssten dann in Rangsdorf zur S-Bahn umsteigen, um nach Dahlewitz zu gelangen. Das wurde über Jahrzehnte praktiziert als es die S-Bahn nach Rangsdorf noch gab.

Für den Schülerverkehr zu den Oberschulen und Gymnasien in Dahlewitz und Rangsdorf, der hauptsächlich in Nord - Süd - Richtung verläuft, treten erhebliche Verbesserungen mit der S-Bahn ein. Es ist davon auszugehen, dass sich der Schülerverkehr bedingt durch den 20 Minutentakt und bessere Zusteigemöglichkeiten für  Schüler mit Fahrrädern durch mehr Fahrzeugtüren an den S-Bahnwagen auf die S-Bahn verlagern wird.                                                                                                            

Schüler aus  Mahlow  und Blankenfelde  zur  Oberschule nach  Dabendorf  können weiterhin in Blankenfelde den RE-Verkehr nutzen. Damit ändern sich deren Fahrgewohnheiten nicht. Die geringe Anzahl Schüler pro Jahr (5 – 10) von Dahlewitz zur Oberschule nach Dabendorf fahren mit der S-Bahn bis Rangsdorf und steigen dort zur Regionalbahn um.

Es sei angemerkt, dass die S-Bahn nachweislich Fahrgastpotenziale anzieht (siehe Mahlow und Blankenfelde).  Ebenso wird es Verlagerungseffekte vom RE-Verkehr zur S-Bahn zwischen Rangsdorf und Dahlewitz geben. Für eine Reihe von Fahrgästen wird auch ein Umsteigen vom motorisierten Individualverkehr  (MIV) zur S-Bahn eintreten. In einer Vertiefungsuntersuchung des Jahres 2010 zur Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf wurde die Errichtung von 200 P+R-Stellplätzen in Dahlewitz und 300 P+R-Stellplätzen in Rangsdorf empfohlen. Das widerspiegelt die Verhaltensweisen der Fahrgäste in Ballungsräumen mit S-Bahn-Verkehr.

Fazit

Die S–Bahn schafft keine Nachteile für die Gemeinde Blankenfelde – Mahlow. Stattdessen würden die Bürger mit der S–Bahn bis Rangsdorf ein unabhängiges Verkehrssystem parallel zur Fernbahn erhalten, wie es auch auf anderen Strecken aus dem Umland von Berlin in das Zentrum der Hauptstadt seit Jahrzehnten typisch ist.  Der noch nicht wiederhergestellte S-Bahn-Lückenschluss von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf nach dem Fall der Berliner Mauer würde diese qualitative Situation der Stadt-/Umlandbeziehungen nur normalisieren.  

Es sei auch auf den zunehmenden internationalen Güterverkehr auf der Dresdener Bahn bedingt durch die EU-Ost-/Südost – Europaerweiterungen hingewiesen. Die Regionalbahn fährt im Mischbetrieb (auf gleichen Gleisen) mit Fernreisezügen und Güterzügen. Das erzeugt immer besondere Abhängigkeiten und lässt eine stärkere Ausweitung des RE-Verkehrs nicht zu. Hingegen fährt die S-Bahn auf ihrem eigenen Gleisnetz unabhängig von jeglichem Mischbetrieb der Fernbahn.

Rainer Pannier