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Aktuelles rund um BISAR

Keine effektiven Planungen für die S-Bahn beim Ausbau der Dresdener Bahn zwischen Bln-Lichtenrade und Blankenfelde

Die DB Netz AG verfolgt die Philosophie, dass der Ausbau der Dresdener Bahn oberste Priorität im Planfeststellungsabschnitt III (PFA III) vor der S-Bahn ab Stadtgrenze Bln-Lichtenrade bis Blankenfelde/Krs. Teltow-Fläming hat. So wird die S-Bahn, die zurzeit noch in Blankenfelde endet, in Lichtenrade und im Berliner Umland nur „angepasst“, womit unter anderem weiterhin die Eingleisigkeit bis Blankenfelde gemeint ist. Obwohl man bei der DB AG sicher weiß, dass seit der Wende 1990 im südlichen Berliner Umland sich große Bevölkerungspotenziale, einhergehend mit wirtschaftlichen Ansiedlungen entwickelt haben und weiter ansteigen, reagiert man bis jetzt nicht mit eigenen leistungssteigernden Maßnahmen und damit auf Möglichkeiten zusätzlicher Gewinnerwirtschaftungen im SPNV und  Verbesserungen in der täglichen S-Bahn-Betriebsführung des S-Bahn Nord-Süd-Verkehrs.

Es ist die Frage zu stellen, warum die DB Netz AG nichts in Eigenregie an Planungen unternimmt, von einigen Reparaturplanungen und Grunderneuerungen abgesehen. So benötigt die DB Netz für neue Planungen der S-Bahn-Infrastruktur, auch wenn es diese schon einmal gab (S-Bahn im Berliner Umland bis zum Mauerbau am 13. August 1961), einen Planungsauftrag inklusive einer Finanzierungsvereinbarung des Landes Brandenburg oder des Bundes. Warum geht nur dieser Weg und keine investive Eigeninitiative mit Finanzierung aus eigenen Einnahmen des DB Konzerns für mehr Gewinnerzielung?

Diese gegenwärtige Vorgehensweise der DB Netz AG im PFA III der Dresdener Bahn hat zur Folge:

-        Keine Zweigleisigkeit der S-Bahn von Bln-Lichtenrade bis Blankenfelde.

-        Die Beseitigung der Bahnübergänge erfolgt jeweils nur mit einer S-Bahnbrücke.

-        Es erfolgen keine Planungen für einen S-Bahn Haltepunkt Mahlow-Waldblick.

-        Keine Anpassungen / Abstimmungen mit dem Landesstraßenbetrieb  Brandenburg beim Neubau der  L 792 in Mahlow für zweigleisige S-Bahn Streckenführung nach Blankenfelde.

-        Beim Neubau / bzw. bei der Umgestaltung des Bahnhofs Blankenfelde für RE-/S-Bahnverkehr wird nur    ein S-Bahngleis im Zusammenhang mit einem Kombibahnsteig RE-/S-Bahn berücksichtigt. Das widerspricht allen bisherigen Neubau- / Umbauplanungen im S-Bahn-Netz (siehe S-Bf Teltow-Stadt im Jahre 2005 mit zwei S-Bahngleisen / Bahnsteigkanten, siehe auch Umbau Bf Strausberg mit 2 S-Bahnsteigen). Für den Fall des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn zwischen Blankenfelde und Berlin ist Blankenfelde ein S-Bahn-Endbahnhof für eine zweite S-Bahn-Zuggruppe und benötigt dazu ein zweites S-Bahn-Bahnsteiggleis, auch bei teilweise eingleisiger Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf.

-        Keine optionalen Planungen für eine parallele  S-Bahn-Trasse neben der Dresdener Bahn von Blankenfelde nach Rangsdorf.

-        Eine Vorentwurfsplanung vom Jahre 2009 für die Beseitigung des Bahnübergangs Dahlewitz empfahl unter anderem eine dritte Eisenbahnbrücke für die S-Bahn nach Rangsdorf. Die gleichzeitige Errichtung dieser Brücke neben den zwei Fernbahnbrücken der Dresdener Bahn hätte Kosten im Gegensatz zu einer späteren Nachrüstung erspart. Da die DB Netz AG keinen Auftrag vom Land Brandenburg oder dem Bund hatte, wurde diese Brücke nicht gebaut.

Sehr unökonomisch verhält man sich seitens der DB Netz AG auch beim Lärmschutz. So ist anzuzweifeln, welches gesetzliche „Muss“ die Errichtung von Lärmschutzwänden zwingend vorschreibt. Eisenbahn ist nicht gleich Eisenbahn, wenn auch S-Bahnen als Eisenbahnen in Deutschland gelten. So ist Schienenlärm nicht gleich Schienenlärm, zum Beispiel verursacht von einem ICE, Güterzug oder einem Berliner S-Bahnzug. Seit Wiedererrichtung der S-Bahn von Bln-Lichtenrade nach Blankenfelde vor 25 Jahren kam man bisher ohne Lärmschutzwände aus. Nunmehr ist für die zurzeit noch eingleisige S-Bahntrasse die Einhausung durch Lärmschutzwände vorgesehen.

Hier kann es auch andere Lärmschutzmaßnahmen geben, soweit überhaupt einzelne Häuser nahe der Bahntrasse betroffen sind.

Die Planungen sehen zwischen Mahlow und Blankenfelde 4 m hohe Lärmschutzwände zu beiden Seiten des S-Bahngleises vor. Davon soll die westliche Lärmschutzwand auf dem ehemals von der Deutschen Reichsbahn in den Jahren 1957/1958 vorbereiteten Gleisunterbau für das zweite S-Bahngleis errichtet werden. Das ist wertvolle Trassenverschwendung und Behinderung des zweigleisigen Ausbaus der S-Bahn zwischen Mahlow und Blankenfelde.

Kommt die immer mehr in der Bevölkerung aufkommende Forderung nach 10- Minuten-Takt der S-Bahn zustande, ist die Zweigleisigkeit herzustellen. Das bedeutet, die westliche Lärmschutzwand muss an die Böschung versetzt werden. Damit entsteht erhöhter Aufwand.

Rainer Pannier

Vorsitzender

BISAR e.V.