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Aktuelles rund um BISAR

Texterwiderung zum MAZ-Artikel vom 19.07.2017 – Rangsdorfer stimmen über S-Bahn ab

Die Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf – BISAR e.V. - möchte zum Interview der MAZ vom 19.07.2017 mit dem SPD Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung Rangsdorf, Herrn Wilhelm, zum Thema „Fläche für das S-Bahngleis“ ihre Meinung äußern. Mit seiner Firma – Stationova – will Herr Wilhelm seit mehreren Jahren das Bahnhofsumfeld des Bahnhofs Rangsdorf nach seinen Vorstellungen gestalten, wofür er konkrete Bahnflächen auf der Ost- und Westseite des Bahnhofs Rangsdorf benötigt. Dafür möchte er für seine Firma den Auftrag von der Gemeinde „einfahren“. Seine Projektierung auf der Westseite des Bahnhofs Rangsdorf sieht eindeutig die volle Inanspruchnahme der Fläche des ehemaligen S-Bahnsteigs für PKW-Parkflächen (P+R) und für Fahrräder (B+R) vor. Von Nichtberührung der Fläche für die S-Bahn kann somit keine Rede sein. Man fragt sich, ob Herr Wilhelm überhaupt möchte, dass die S-Bahn wieder nach Rangsdorf verkehrt? 

Nur teilweise ist richtig, dass die zukünftig wieder aufgebaute Dresdener Bahn eine schnellere Verbindung nach Berlin sei. Das gilt nur für Berufspendler aus dem südlichen Berliner Umland, die unmittelbar nahe Südkreuz, Potsdamer Platz oder Berlin Hbf (Tief) arbeiten. Es wird auf absehbare Zeit nur diese drei RE-Stationen im Stadtgebiet von Berlin geben. Die meisten Reisenden werden immer zur S-Bahn umsteigen.

Außerdem erfordert der von Herrn Wilhelm gewünschte 15 Minuten Takt für den RE-Verkehr nach Berlin mindestens 4 zusätzliche RE-Wagenzüge. Die S-Bahn Linie S 2 benötigt dagegen lediglich einen zusätzlichen Wagenzug nach Rangsdorf, wenn ROLLS ROYCE bzw. das Gewerbegebiet Dahlewitz eine Station nördlich der Autobahnbrücke der A 10 erhalten würde. Die Berliner S-Bahn mit ihrem eigenen Gleiskörper bedient außerdem mehr Stationen, bietet mit ihrem 20 Minuten Takt aber noch eine Reihe anderer Vorteile, u. a. für Behinderte.

Unberücksichtigt ist in seinen Forderungen auch die zukünftig sehr starke Streckenbelegung der Dresdener Bahn im Streckenabschnitt Südkreuz – Mahlow – für den BER-Shuttleverkehr. Dieser wird dann über die in Planung befindliche neue Nord-Ost-Kurve in Mahlow zum Außenring geleitet. Die zukünftigen BER Shuttlezüge zwischen Berlin Hauptbahnhof (Tief) und dem BER werden Vorrang vor allen anderen RE-Zügen auf der Dresdener Bahn in diesem Streckenabschnitt erhalten. Die Reisezeit der RE-Züge aus Richtung Elsterwerda, Wünsdorf/Zossen nach Berlin verlängert sich, wenn neue RE-Halte für den Shuttle ggf. ab Mahlow und Buckower Chaussee dazukommen, was sich mit der weiteren Bevölkerungsansiedlung im Raum Lichtenrade und Mahlow abzeichnet. Hat Herr Wilhelm bedacht, je mehr RE-Züge über längere Streckenabschnitte verkehren, erhöhen sich auch die Kosten für die Defizitausgleiche (Regionalisierungsmittel des Bundes) an die Bahnunternehmen? Bei der S-Bahn dagegen geht es nur um 4,8 Kilometer von Blankenfelde nach Rangsdorf, wofür Defizitausgleiche durch das Land Brandenburg zu zahlen wären. Sei an dieser Stelle angemerkt, dass keine S- und Regionalbahnen in Deutschland ohne diese Defizitausgleiche auskommen.

Rainer Pannier

Vorsitzender BISAR e.V.