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Aktuelles rund um BISAR

Mehr Engagement für Berlin – Brandenburger Verkehrspolitik im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) notwendig

Von Vertretern der Berliner Eisenbahnverbände wurden mehrfach Detailempfehlungen zum Ausbau des S-Bahn-Netzes an beide Landesbehörden vorgeschlagen und öffentlich publiziert. Der Ausbau von noch nicht realisierten S-Bahn-Lückenschlüssen nach dem Fall der Berliner Mauer, u.a. nach  Falkensee, Rangsdorf, Velten/Mark, Stahnsdorf und die ehemalige Stammbahn Potsdam – Berlin-Südkreuz fehlt noch immer. So fehlen außerdem über 40 km zweite S-Bahngleise aus der Zeit der sowjet-russischen Reparationsdemontagen des Jahres 1945. Ebenso sind zweite Gleise für das nach 1945 von der damaligen Deutschen Reichsbahn (DR) quasi in Eigenregie erweiterte Berliner S-Bahn-Netz nicht aufgebaut worden. Die nach den Reparationsdemontagen noch verbliebenen eingleisigen Strecken nach Strausberg und Königs Wusterhausen wurden mit S-Bahnstromanlagen, überwiegend mit gebrauchtem/aufgearbeitetem Material  für S-Bahnbetrieb ertüchtigt.

Ein wesentlich positiverer Akteur im Berlin-Brandenburger S-Bahn Defizit könnte die Deutsche Bahn AG (DB AG) mit ihren Tochtergesellschaften, voran die DB Netz AG sein, zuständig für Bau und Betrieb von Eisenbahnstrecken, so auch für das Berliner S-Bahn-Netz. Die ehemalige Deutsche Reichsbahn hat, teilweise unter schwierigen materiellen Engpässen der DDR-Wirtschaft, dennoch vieles im Interesse eines reibungslosen Betriebsablaufes zustande gebracht. Bei der DB Netz AG kann man nur auf Bestellungen der Länder Berlin und Brandenburg bzw. des Bundes handeln. Es müsste an Investitionen im Interesse von Leistungssteigerungen im eigenen Betrieb und für effizientere Betriebsführung im Berliner S-Bahn-Netz mehr investiert werden, da man weiß, dass die S-Bahn ständig Verkehrszuwächse zu bewältigen hat und die eingleisigen Strecken der Berliner S-Bahn-Leitung zunehmend Probleme bereiten.

Der letzte S-Bahn-Lückenschluss erfolgte Anfang des Jahres 2005 von Bln-Lichterfelde-Süd nach Teltow-Stadt (3,3 km) mit 33 Mio Euro Investitionskosten.

Geld für Investitionen des Bundes ist vorhanden, so unlängst Bundesfinanzmister Schäuble im Fernsehen zu Kritik aus der EU über mangelnde öffentliche Investitionen in Deutschland. Die Geldabflüsse seien zu langsam, so seine Antwort als Ursache.

Der Berliner Fahrgastverband IGEB hatte vor 2 Jahren zur Ertüchtigung des Berliner S-Bahn-Netzes Investitionsbedarf von ca. 1,2 Mrd Euro kalkuliert. Auch die Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf – BISAR e.V. hatte im Jahre 2012 einen Dreijahresplan mit grober Kostenschätzung von 800 Mio Euro den Bundesministern für Verkehr und Finanzen vorgeschlagen. Mit Zuständigkeitsverweisen an die Länder Berlin und Brandenburg reagierte das Bundesverkehrsministerium in seiner Antwort. Nichts ist seit dem an gemeinsamen Planungen zwischen beiden Ländern zum Berliner S-Bahn-Netz geschehen.

Die Sachkompetenz in den Berliner Eisenbahnvereinen wird von der Verkehrspolitik der Länder Berlin und Brandenburg einfach zu wenig genutzt.

Rainer Pannier                                                                                                                

Vorsitzender  BISAR e.V.

Es muss im Jahre 2017 konkreter werden

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), Frau Ministerin Schneider, hatte am 28. November 2016 vor ausgewählten Bürgermeistern des Berliner Umlandes, so u.a. von Rangsdorf und Blankenfelde-Mahlow, die Absicht des Landes Brandenburg zum Ausbau des Berliner S-Bahn-Netzes nach Falkensee, ggf. bis Nauen, nach Velten (Mark), ggf. bis Kremmen und nach Rangsdorf erklärt.

Seit dem Jahre 2002 bemüht sich die Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf  – BISAR e.V, - als gemeinnützig anerkannter Verein - um die Verlängerung der S-Bahn von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf (4,8 km). Vielfältige Aktivitäten sind seitdem von BISAR ausgegangen, so u.a. drei Studien. Das sind immer Empfehlungen gewesen, die zu konkreten Planungen anregen sollten. Nunmehr muss es zu konkret beurteilbaren Planungen kommen. Das betrifft konstruktive Ingenieurbauwerke, Fragen zusätzlichen Grunderwerbs durch die DB AG und erste aktuelle Kostenermittlungen usw.

Unser Verein hat dazu klare Vorstellungen, was an S-Bahn-Anlagen, z.B. von Bln-Lichtenrade bis Rangsdorf notwendig ist, um eine stabile S-Bahn Betriebsführung  im 20 Minuten Takt zu ermöglichen.

Im MIL hat man unter Leitung von Ministerin Schneider erkannt, dass man etwas tun muss, um die ständig wachsenden Stadt- / Umlandbeziehungen Berlin – Brandenburg im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) unter effizienter Einbeziehung der S-Bahn zu verbessern. Unser Verein hat für den Ausbau des S-Bahn-Netzes von Bln-Lichtenrade bis Rangsdorf (zwei- und teilweise eingleisig) im Dezember 2016 vier Szenarien entwickelt, wie man in Planungsabschnitten / Bauabschnitten vorgehen kann. Dabei wird es Planungseinflüsse auf das Planfeststellungsverfahren Dresdener Bahn im Planfeststellungsabschnitt 3 (PFA 3) geben. Das betrifft den Streckenbereich von der Stadtgrenze in Mahlow bis hinter den Glasow-Bach in Blankenfelde. 

Es gibt auch Forderungen in unserer Region, z.B. die Forderung von Rolls Royce in Dahlewitz nach einem eigenen Betriebsbahnhof zwischen Dahlewitz und Rangsdorf. Dieser hätte Ausstrahlung auf das gesamte Dahlewitzer Gewerbegebiet, vor allem auf seine weitere Entwicklung.  Der DB Netz AG, Regionalbereich Ost, Produktionsdurchführung Berlin, haben wir deshalb die gleichen Szenarien übersandt und auf notwendige Änderungen im PFA 3 aufmerksam gemacht. U.a. die nunmehr notwendige Änderung des Bahnhofskonzeptes Blankenfelde für die S-Bahn und den RE-Verkehr. Hierzu gab es in einem Gespräch am 04.Juli 2016  mit dem o.g. Bereich der DB Netz AG, mit Beteiligung des Bürgermeisters von Blankenfelde-Mahlow und BISAR von der DB Netz erste rationelle Vorschläge. Nur muss man gute Ideen von dort auch umsetzen!!!

Alles das haben wir in unseren Szenarien berücksichtigt und Frau Ministerin Schneider mit Gleisskizzen übermittelt. Das kann nach unserer Auffassung dem MIL für Gespräche mit dem Land Berlin, dem Bund und der DB AG zum Ausbau des S-Bahn-Netzes nach Rangsdorf dienlich sein.

In einem weiteren Workshop am 16.02.2017 in Potsdam versprach Frau Ministerin Schneider, dass nunmehr die Phase des Handelns, des Machens gegenüber dem Bund, dem Land Berlin und der DB AG gekommen sei. Mehrere Teilnehmer von Berlin/Brandenburger Eisenbahn-Vereinen forderten endlich Handlungsaktivitäten vom MIL bis hin zur Beantragung von Planfeststellungsverfahren bei der DB AG zum Ausbau des S-Bahn-Netzes um Berlin. Wir sind als BISAR e.V. zur Unterstützung von Aufgabenstellungen  bereit.

Rainer Pannier

Vorsitzender

BISAR e.V.

Momentane Situationseinschätzung zum S-Bahn-Ausbau nach Rangsdorf aus Sicht der Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf - BISAR e.V.

Die Bevölkerung in den Gemeinden Blankenfelde-Mahlow und Rangsdorf wächst durch die Nähe zu Berlin weiter an.

Seitens des Landes Brandenburg müssen endlich konkrete Planungen zum Ausbau des S-Bahn-Netzes nach Rangsdorf bei der DB AG in Auftrag gegeben werden.

BISAR hat dem MIL mehrfach ehrenamtliche Unterstützung bei der Formulierung von Aufgabenstellungen für Studien bzw. Planungen angeboten allein aus der Tatsache heraus, dass regionale Kenntnisse über Eisenbahnanlagen bzw. Eisenbahnflächen vorliegen.

BISAR entwickelte daraufhin bereits im Jahre 2014 ein Alternativkonzept zum Ausbau der S-Bahn nach Rangsdorf als Etappenkonzept

  1. Etappe: Blankenfelde – Dahlewitz (1 km)
  2. Etappe: Dahlewitz – Rangsdorf (3,8 km)

Es gibt Kritik von den Berliner Fahrgastverbänden, dass sie nicht an den sogenannten Korridoruntersuchungen des MIL beteiligt bzw. angehört werden.

BISAR hat für den sogenannten Korridor Berlin – Blankenfelde – Rangsdorf Fehler in den Prognosezahlen für die Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden Blankenfelde – Mahlow und Rangsdorf bis zum Jahre 2020 und 2030 festgestellt. Die derzeitigen Istzahlen liegen bereits jetzt höher als die vom Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) prognostizierten Zahlen. Das MIL wurde von BISAR darauf hingewiesen, dass das zu falschen Fahrgastprognosedaten führen kann. Man bedankte sich zwar per E-Mail, aber sonst keine weiteren Reaktionen, zum Beispiel Angebote für gemeinsame Auswertungen / Gespräche.

Um den Entwicklungsprozess für die Verlängerung der S-Bahn nach Rangsdorf aktiv zu unterstützen steht BISAR im Kontakt mit beiden Gemeinden und ROLLS ROYCE in Dahlewitz und möchte dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Die Studie im Sinne einer Vorentwurfsplanung (für die 1. Etappe) kostet zurzeit 20.000,- Euro. Wir wollen zu Planungen anregen und sagen was es kostet. BISAR hat dazu ein Finanzierungskonzept entwickelt, das bisher jedoch nicht umgesetzt werden konnte.

Außerdem hatte BISAR im Jahre 2015 das MIL um Mitfinanzierung von 5.000,- Euro aus Lottomitteln ersucht, zumal das MIL jährlich über durchschnittlich 1 Mio Euro Lottomittel verfügt. Das MIL lehnte aus haushaltsrechtlichen Gründen eine Finanzierungsbeteiligung ab.

BISAR hat sich, wie auch andere Berliner Eisenbahnverbände, mit Anregungen am online – Beteiligungsverfahren zur sogenannten Mobilitätsstrategie 2030 für das Land Brandenburg des MIL Ende August 2016 beteiligt.

In einem dazu am 12.09.2016 im MIL abgehaltenen Workshop ging die Ministerin mit keinem Satz auf eingereichte Anträge ein und präsentierte stattdessen eine Tagesordnung ohne jegliche Projektansätze/Projektideen für den Ausbau des S-Bahn-Netzes im Berliner Umland.  

So lautete die eingereichte Forderung von BISAR wie folgt:

  1. Verlängerung der S-Bahn von Blankenfelde über Dahlewitz nach Rangsdorf
  2. Alternativ wird das von BISAR empfohlene Etappenkonzept vorgeschlagen, das am 28.07.2015 dem MIL übergeben wurde.

Etappe 1: Blankenfelde – Dahlewitz  ( 1 km )

Etappe 2: Dahlewitz – Rangsdorf (3,8 km)

       3. Zweigleisiger Ausbau des S-Bahn-Streckenabschnittes Lichtenrade -Blankenfelde für 10‘ Takt Bln-Buch– Blankenfelde.

Etappe 1: Lichtenrade – Mahlow (3,1 km)

Etappe 2: Mahlow – Blankenfelde (2,8 km)

       4. Errichtung eines zweiten S-Bahn-Bahnsteigs (Außenbahnsteig) mit einer Mindestbreite von 2,75 m            gemäß Eisenbahn-Bau-Ordnung (EBO) in Blankenfelde für 10‘ Takt Blankenfelde – Bln-Buch in der        Hauptverkehrszeit.

Das hier dargestellte Vierpunktekonzept hat auch die DB Netz AG, Regionalbereich Ost, Produktionsdurchführung Berlin erhalten.

BISAR wird weiter konsequent seine Vorschläge zum Ausbau des S-Bahn-Netzes nach Rangsdorf, sowohl gegenüber dem MIL, als auch der DB Netz AG, z.B. zu rationelleren Planungen für die S-Bahn im Bf Mahlow und bei der Projektierung des neuen Bahnhofs Blankenfelde vertreten.

BISAR begrüßt auch jede Initiative von Bürgern aus unserer Region, die sich für die Wiedererrichtung der S-Bahn nach Rangsdorf einsetzen will.

Gemessen an den Milliarden Kosten für Eisenbahn-Großprojekte in Deutschland, die der Bund übernimmt, sollten die Kosten für noch fehlende S-Bahn-Lückenschlüsse nach dem Fall der Berliner Mauer im Jahre 1989 für die Bundesregierung eigentlich kein Thema mehr sein. Tatsache ist, dass die Länder Berlin und Brandenburg diese Thematik allein bisher haben nicht lösen können.

Müssen der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg eigentlich erst warten, bis die Verkehrsprobleme den Verantwortlichen im Raum Berlin über den Kopf wachsen?

BISAR e.V.

Rangsdorf, Oktober 2016

Konstruktiver Fachdialog mit der DB Netz AG in Berlin

Auf Anregung der Bürgerinitiative für eine S-Bahn Anbindung Rangsdorf - BISAR e.V. - fand am 04. Juli 2016 ein Gedankenaustausch zu Planungen der Dresdener Bahn „Planfeststellungsabschnitt III“ (ab Stadtgrenze Lichtenrade/Mahlow bis km 20,3 südlich des Glasowbaches in Blankenfelde) statt. Dabei wurden erneut - wie in den Vorjahren - eine Reihe von Mängeln angesprochen. So hatte auch der Berliner Fahrgastverband IGEB in seiner unabhängigen Verkehrszeitschrift – Signal – Heft 1/2016 - Fehlplanungen zum Bahnhof Blankenfelde festgestellt. BISAR hatte einfach das Bedürfnis, darüber mit den Verantwortlichen bei DB Netz zu sprechen, zumal man die Leute kennt. Von BISAR nahmen an dem Gespräch Herr Pannier und Herr Lademann und für die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, Herr Bürgermeister Baier teil, worauf BISAR Wert gelegt hatte.

Wir erfuhren von DB Netz, dass es Probleme mit der Durchsetzung der bestehenden Planungen zum Bf Blankenfelde gibt, u.a. Finanzierungsprobleme. Das verzögert den Planungsablauf bei DB Netz zum Ausbau der Dresdener Bahn. So will die DB Netz das eingeleitete Planfeststellungsverfahren für Planänderungen nutzen, da ein neues Planfeststellungsverfahren weitere Verzögerungen von 8 – 10 Jahren bedeuten würde. Möglicherweise kann es zu einem anderen, rationelleren Bahnhofskonzept kommen, was die von BISAR empfohlene Verschiebung des Bahnhofs auf die Ostseite um 7 m überflüssig machen würde. Dabei besteht die Möglichkeit, ein zweites S-Bahngleis im Bahnhof zu berücksichtigen, was BISAR fordert.

Die geplante Straßenunterführung der Karl-Marx-Str. wird in ihrer Länge nicht verändert.

Neu war die Information von DB Netz, dass die bisher am Nordkopf des Bahnhofs Blankenfelde geplante S-Bahn-Kehranlage (Abstellgleis) entfällt. Stattdessen soll quasi als Äquivalent eine neue S-Bahn-Kehranlage am Nordkopf des Bahnhofs Mahlow entstehen. Man berief sich dabei wörtlich auf eine Empfehlung von BISAR aus dem Jahre 2014.

BISAR trug aber zum Bahnhof Mahlow auch noch einmal vor, dass es statt der geplanten Umgestaltung der S-Bahn-Kehranlage am Südkopf des Bahnhofs Mahlow besser wäre, eine neue S-Bahn-Kehranlage am zukünftigen Südkopf des Bahnhofs Blankenfelde zu errichten. Damit könnte in Mahlow Fläche für den Ansatz eines zweiten S-Bahn-Streckengleises nach Blankenfelde über dem geplanten neuen Straßentrog Trebbiner Str. gewonnen werden, zumal hier nur sehr enge Flächenverhältnisse für die Bahn bestehen. 

BISAR hat das Gespräch als in freundschaftlicher und fachspezifischer Atmosphäre empfunden. Dialoge im kleinen Kreis können konkreter sachbezogen geführt werden.

Es bleibt abzuwarten, welche Vorschläge die DB Netz AG von BISAR übernimmt, um ihre eigenen Planungen zu konkretisieren.

 

Rainer Pannier

Vorsitzender

BISAR e.V.

Gemeinsamer Forderungskatalog

                        Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, Landesverband Brandenburg (ADFC),
                                Bürgerinitiative für einen S-Bahn-Anschluss Rangsdorf (BISAR)
                                                  Bürgerinitiative Stammbahn (BIS)
                      Deutscher Bahnkunden-Verband, Landesverband Berlin-Brandenburg (DBV)
                                         Pro Bahn, Landesverband Berlin-Brandenburg
                                Verkehrsclub Deutschland, Landesverband Brandenburg (VCD)

                                               Gemeinsamer Forderungskatalog

                              zur geplanten Brandenburger Mobilitätsstrategie 2030

11. Mai 2016


Die Erstunterzeichner dieses gemeinsamen Forderungskataloges begrüßen die Initiative der Landesregierung, eine Mobilitätsstrategie zu entwickeln.
Voraussetzung für ein breit akzeptiertes Ergebnis ist die umfassende Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Das schließt ein transparentes, für alle Beteiligten nachvollziehbares Verfahren ausdrücklich mit ein.
Brandenburg und Berlin sind als Nachbarländer sozial, wirtschaftlich und verkehrlich miteinander verbunden. Das Wachstum Berlins und seines Umlandes führen zu einem steigenden Verkehrsaufkommen im Personen- und Güterverkehr.
Infrastruktur und Verkehrsangebote müssen daran angepasst werden.
Drei Grundüberlegungen sind nach Meinung der Unterzeichner die Maßstäbe für das Handeln.

Mobilität und Erreichbarkeit sichern

Mobilität ist eine Grundvoraussetzung für die Existenzsicherung und Teilhabe. Dies gilt insbesondere für den Verbleib ihrer Bewohner in den ländlichen Gebieten.
Die Mobilität der Menschen, insbesondere die Sicherstellung des Berufs- und Ausbildungsverkehrs sowie die Erreichbarkeit der Kommunen auch in der Fläche des Landes, ist zentrale Aufgaben der Daseinsvorsorge. Mehr als ein Viertel der Beschäftigten Brandenburgs pendeln täglich, davon ca. 180.000 Menschen nach Berlin.

Wirtschaft und Verkehr entwickeln

Wirtschaftliche Betätigung erfordert gut erreichbare Standorte und leistungsfähige Wege für den Personen- und Warentransport. Dabei kommt dem Schienenverkehr und den Wasserwegen eine besondere Bedeutung zu. Die Förderung des Schienen- und Wasserstraßenverkehrs entspricht den verkehrspolitischen Zielen von Bund und Land. Zugleich werden touristische Verkehre für Brandenburg immer wichtiger.
Für Tagesausflügler, die überwiegend aus Berlin kommen, Kurzurlauber, Tagungs- und Kurgäste bietet das Land vielfältige Ziele, die mit Bahnanschluss deutlich an Attraktivität gewinnen.

Klima und Ressourcen schützen

Der Schienenverkehr ist ein umwelt- und klimafreundlicher Verkehrsträger. Kein anderes Massentransportmittel kann eine vergleichbar positive Energiebilanz nachweisen. Deshalb gibt der Umgang mit dem Schienenverkehr auch Auskunft darüber, wie ernst wir es mit dem Umwelt- und Klimaschutz meinen.
Die Förderung des Umweltverbundes (Fuß-, Rad- und öffentlicher Verkehr) muss sich im konkreten Handeln auf allen Politikebenen widerspiegeln.

Zusammenarbeit ausbauen

Eine qualifizierte Verkehrsentwicklung ist nur in Kooperation (insbesondere zwischen Brandenburg und Berlin) machbar. Deshalb brauchen beide Bundesländer schnellstmöglich einen gemeinsamen Landesnahverkehrsplan mit einem einheitlichen Betrachtungs- und Planungshorizont. 

Mobil in Stadt und Land

Mobilität und Erreichbarkeit muss in der Fläche des Landes gewährleistet werden.
Rückgrat des Fahrens ohne eigenes Auto ist ein Grundnetz des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV).

SPNV soll überall dort angeboten werden, wo eine ausreichende Nachfrage durch ein kundenorientiertes SPNV-Angebot gewonnen werden kann oder wo ein SPNV-Angebot zur Erreichung anderer strukturpolitischer Entwicklungsziele wichtig ist.
Dabei können in ländlichen Räumen nicht die gleichen wirtschaftlichen Anforderungen (insbesondere bei Fahrgastzahlen und Nachfrage) bei der Angebotsgestaltung gelten wie in Städten oder dicht besiedelten Räumen.

Das bestehende SPNV-Angebot soll auf seine Tauglichkeit für die veränderte Nachfrage und auf Qualitätsstandards geprüft werden. Dazu zählt auch die reguläre Mitnahme von Fahrrädern in Bussen, um neue Fahrgäste zu gewinnen, die sowohl am Start- als auch Zielpunkt das eigene Fahrrad nutzen.
Die Herstellung der Barrierefreiheit bis 1. Januar 2022 ist verbindlich umzusetzen.
Die Planungen hierfür bedürfen der Beteiligung der Fahrgäste.
Die Landesregierung soll sich dafür einsetzen, dass durch alternative Betreibermodelle auch in den berlinfernen Regionen ein Grundangebot an öffentlichen Verkehrsleistungen dauerhaft erhalten bleibt. Dazu zählt auch, dass die Trennung der Zuständigkeit nur anhand des Verkehrsmittels Bahn (= Zuständigkeit Land) und Bus/Straßenbahn (= Zuständigkeit Kommune) nicht mehr zeitgemäß ist.
Kostentreiber im SPNV sind immer schärfer werdende Sicherheitsvorschriften, die sich häufig gar nicht mehr begründen lassen und möglichst auch noch den unwahrscheinlichsten Eventualfall abdecken sollen. Im Rahmen der Mobilitätsstrategie sollte sich die Landesregierung für eine vernünftige Behandlung des SPNV auf Bundesebene einsetzen. So wäre anzustreben, dass wenig befahrene Bahnübergänge standardmäßig ohne technische Sicherung zugelassen werden und auch Reisendenübergänge der Regelfall werden.

Berücksichtigung der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Ausflugs- und Tourismuszielen bei der Angebotsgestaltung und Kommunikation.
Die in der Landestourismuskonzeption gemachten Aussagen (Seite 28, Handlungsfeld Verkehr: „Vernetzte Mobilitätsketten [...] sowie die Nutzung von Innovationen im Mobilitäts- und Verkehrsbereich sichern in Zukunft die Erreichbarkeit der touristischen Angebote in Brandenburg“ müssen auch in der Mobilitätsstrategie Eingang finden.

Stadt-Umland-Verkehre

Ein erster Schritt ist die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und der Finanzierbarkeit von weiteren berlinnahen Regional- und S-Bahn-Strecken. Dabei müssen Endpunkte im S-Bahn-System immer so ausgestaltet werden, dass sie nach Möglichkeit je 2 Gleise und 2 Bahnsteigkanten besitzen. Unabhängig vom Ergebnis soll eine weitergehende Trassenfreihaltung gesichert werden.

Für die folgenden Relationen soll ein Wiederaufbau-/Ausbaukonzept entwickelt werden:

· (Spandau – Landesgrenze –) Falkensee – Nauen,
· Gesundbrunnen – Hennigsdorf – Velten,
· Hohen Neuendorf (– Landesgrenze – Frohnau – Gesundbrunnen),
· Basdorf – Liebenwalde,
· Schönwalde (– Landesgrenze – Wilhelmsruh/Karow – Gesundbrunnen),
· (Südkreuz – Landesgrenze –) Rangsdorf – Wünsdorf,
· (Südkreuz – Landesgrenze – ) Teltow – Stahnsdorf (Landesgrenze – Wannsee),
· (Potsdamer Platz – Zehlendorf – Landesgrenze – ) Potsdam,
· (Wannsee – Landesgrenze – ) Michendorf – Beelitz
· für alle eingleisigen Schienenverbindungen von Berlin in das Umland ist ein Konzept für einen zweigleisigen     Ausbau zu erarbeiten (siehe auch Berliner Fahrgastverband IGEB e. V., Zeitschrift Signal 5/2009, Seite 22).

Eine Festlegung auf S-Bahn (Stromschiene) oder Regionalverkehr (Oberleitung) muss eine ergebnisoffene Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ergeben.
Im Ergebnis muss gemeinsam mit Berlin ein Zielkonzept entstehen, welches stufenweise umzusetzen ist (integriertes Gesamtangebot).
Die bestehenden SPNV-Verbindungen im Land Brandenburg sind mindestens in der jetzigen Bedienungshäufigkeit beizubehalten. Sie bilden in den berlinfernen Regionen (§ 2 ÖPNV-Gesetz Brandenburg: „Die Sicherstellung einer ausreichenden Bedienung der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im öffentlichen Personennahverkehr ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge“) das Grundgerüst in den Mobilitätsketten.
Der sogenannte Plus-Bus-Standard ist brandenburgweit als Regelangebot (ggf. mit Modifikationen) dort einzuführen, wo es kein ausreichendes SPNV-Angebot gibt.
Dieses Regelangebot ist um Anrufsysteme (Anrufsammelbus, Anrufsammeltaxi) zu erweitern.
Ersatzinvestitionen in die Infrastruktur und ggf. Erweiterungen unterliegen einer langfristigen Planungsphase. Deshalb sollte das ÖPNV-Gesetz auch hierzu für die Aufgabenträger und Verkehrsunternehmen planbare Aussagen bieten.
Pendler- und Ausflugsbeziehungen nach Polen sind attraktiv auszubauen.
P&R-Parkplätze sollen nur dort errichtet werden, wo die Pkw-Nutzung keine Konkurrenz zum ÖPNV darstellt. Sie sind grundsätzlich entgeltpflichtig anzubieten, ÖPNV-Kunden können ggf. kostenfrei parken.

Errichtung dezentraler Umschlagstellen für den Schiene-Straße-Umschlag um überregionale Lkw-Fahrten zu reduzieren.
Flächen von stadt- und industrienahen Güteranlagen sind zu erhalten.

Weitere Möglichkeiten der Qualifizierung und Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs um Sinne einer Mobilitätsstrategie

• Neuorganisation der Gemeinsamen Landesplanung einschließlich der Regionalen Planungsgemeinschaften   mit dem Ziel Mobilität und Erreichbarkeit mit Siedlung und Gewerbe sowie demografische Entwicklung zu verbinden.
• Alltagsmobilität auch für Menschen ohne eigenen Pkw in allen Teilen Brandenburgs sicherstellen. Hierzu ist ein multimodaler Ansatz der Mobilitätsketten unerlässlich.
• Vollständiger Einsatz der Regionalisierungsmittel für SPNV-Bestellungen.
• Neuorganisation der Aufgabenträger des üÖPNV mit dem Ziel der Bildung regionaler Verkehrsgesellschaften.  Dabei sind bestehende Verkehrsbeziehungen zu beachten.
• Änderung des ÖPNV-Gesetzes im Hinblick auf die derzeitige Freiwilligkeit zur Aufstellung von                        Nahverkehrsplänen. In Zukunft muss es eine Verpflichtung zur Aufstellung geben, damit die Effizienz erhöht   und Fahrgastpotenziale bestmöglich erschlossen werden.

Kontaktmöglichkeiten

Allgemeiner Deutscher Fahrradclub, Landesverband Brandenburg e. V.,
Gutenbergstraße 76, 14467 Potsdam
Lea Hartung
Telefon 03 31 / 2 80 05 95
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bürgerinitiative für eine S-Bahnanbindung Rangsdorf e. V.
Winterfeldallee 20, 15834 Rangsdorf
Rainer Pannier
Telefax 0 33 79 / 3 87 98
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bürgerinitiative Stammbahn e. V.
c/o Hubertus Bösken, Am Bannwald 4 a, 14532 Kleinmachnow
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Deutscher Bahnkunden-Verband, Landesverband Berlin-Brandenburg e. V.
Wilmersdorfer Straße 113/114, 10627 Berlin
Frank Böhnke
Telefon 0 30 / 63 49 70 76
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fahrgastverband PRO BAHN Landesverband Berlin-Brandenburg e. V.
Andreas Schaack
Telefon 01 51 / 50 70 47 44
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD), Landesverband Brandenburg
Haus der Natur, Lindenstraße 34, 14467 Potsdam
Krister Volkmann
Telefon 03 31 / 2 01 55 60
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